Gegenseitige Rücksicht auch nach Freigabe!

Stadtrat beschließt Freigabe der Radquerung des Hauptmarkts

Rede von Elisabeth Most im Verkehrsausschuss am 28. September 2017:

Der BV Altstadt begrüßt die Freigabe des Hauptmarkts für die Radquerung und damit das Ende einer jahrelangen Diskussion.
Wer wie ich, als fast direkter Nachbar die immer mehr steigende Zahl von Radfahrern hier in der Innenstadt erlebe – Radfahrer, die zu ihrem Arbeitsplatz oder in die Schule fahren, Radfahrer die ihre Besorgungen in der Stadt erledigen, Handwerker und Dienstleister, die mit dem Rad unterwegs sind – inzwischen werden Pakete oder auch Essen immer mehr mit dem Rad ausgeliefert – der sieht, dass das Rad heute und immer mehr in der Zukunft ein wichtiger Teil der Mobilität der Menschen in der Stadt ist.
Die wichtige Ost-West-Verbindung in der Stadt führt nun über Rathaus und Hauptmarkt.
Der bisherige Verlauf mit einer steigenden Zunahme der Radler und insbesondere die Testphase haben gezeigt, dass das Miteinander der Verkehrsteilnehmer auch hier möglich ist.
Gegenseitige Rücksichtnahme ist auch hier das Zauberwort.
Die Testphase hat gezeigt, dass die auch am Hauptmarkt vorhanden ist. Konfliktfrei ist der Verkehr leider nirgends.
Angesichts der aktuellen Diskussion um die Belastungen durch den Verkehr in der Stadt brauchen wir die Alternativen zum motorisierten Individualverkehr.
Und wenn man aktuell über den Rand des Hauptmarkts schaut, dann muss man auch die Veränderungen unseres Altstadt-Zentrums sehen. Mit Augustinerhof, Deutschem Museum, IHK und dem hoffentlich irgendwann kommenden Umbau des Obstmarkts werden sich auch ganz neue Wegeverbindungen ergeben, die dann kaum mehr direkt mit dem Auto erschlossen werden können.
Neben ÖPNV wird wohl das Fahrrad mehr an Bedeutung erlangen. Das wird sich dann auch nicht mehr mit einem Verbot aufhalten lassen.
Zu den Bedenken des Marktamtes:
Ich kaufe oft bei der Händler am Hauptmarkt ein und bin auch beim Runden Tisch. Wenn ich die Händler frage, was sie gegen die Radfahrer haben, dann heißt es meistens:
Eigentlich nichts! Die fahren hier oft sehr verquer.
Wenn aber dann eine oder einer der verquer fahrenden Radler direkt den Stand anfährt und dort auch einkauft, dann sind die Bedenken meist vergessen.
Die Radfahrer sind halt auch Kunden.
zum Schluß noch ein Rückblick auf den Hauptmarkt von vier Wochen:
Mit hunderttausenden von Clicks stellte sich der Hauptmarkt in aller Welt als das Eldorado der Radfahrer dar. Die atemberaubenden Kunststücke der Biker auf ihren Rädern und auf dem Hauptmarkt vermittelten aller Welt die Stadt Nürnberg als Radlerstadt.
Es wäre wohl ein Treppenwitz wenn man jetzt aller Welt sagen müsste, dass auf dem selben Platz Radfahren verboten wäre.