Eindeutiges Votum

Bürgerverein Nürnberg-Altstadt freut sich über das eindeutige Votum zur Verkehrsberuhigung des Weinmarktes.

Der Weinmarkt – historisch und autofrei

Der Bürgerverein freut sich über das eindeutige Votum der dritten Weinmarkt-Werkstatt. Die überwältigende Mehrheit der anwesenden Anwohner und Gewerbetreibende hatten sich für einen autofreien Weinmarkt ausgesprochen.
Jetzt ist der Stadtrat am Zuge. Die geplante ein- bis zweijährige Testphase soll als Entwicklungs- und Lernphase dienen und auch Modifizierungen des Konzeptes ermöglichen. Mit dem Weinmarkt könnte jetzt der Anfang für eine Umgestaltung der Plätze in der Nürnberger Altstadt gemacht werden.
Aber noch warten die Altstädter auf die Umsetzung des vom Stadtrat schon beschlossenen neuen Parkraumkonzepts, das künftig den Focus auf die Parkmöglichkeiten für Bewohner setzt und das, ebenso wie ein schlüssiges Verkehrskonzept, Voraussetzung für einen autofreien Weinmarkt ist.
Am Weinmarkt haben sich in den Erdgeschossen der Wohn- und Geschäftshäuser viele kleine individuelle Läden und ein breites Angebot an gastronomischen Einrichtungen angesiedelt. Dass der Platz autogerecht ausgebaut und durch die Straße zerschnitten ist, nimmt diesem vielfältigen hochwertigen Angebot einen Teil der ihm zustehenden Aufmerksamkeit.
Auf dem verkehrsfreien Platz zu den Weinmarktfesten 2016 und 2018 war das für die Mitwirkenden und die Besucher sehr deutlich zu sehen.
Schon bis zur Realisierung der Umgestaltung des Weinmarktes müssen verkehrsberuhigende Maßnahmen erfolgen. Vor allem muss eine Unterbrechung des Durchfahrtsverkehrs über den Weinmarkt Erleichterung für die Anwohner schaffen.
Eine intensive Kontrolle durch die KVÜ halten wir sowohl für die Umsetzung des Konzepts, wie auch für weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen in der Altstadt für unverzichtbar.
Neben den verkehrlichen Maßnahmen ist aber auch die Gestaltung des Weinmarkts wichtig.
Der Bürgerverein teilt hier die Skepsis und Bedenken von Anwohnern für die vorgeschlagene temporäre Gestaltung des autofreien Platzes. Lediglich hölzerne „Sitzinseln“ sind aus unserer Sicht auch für eine temporäre Gestaltung während der Testphase zu wenig. Angesichts der Klimadiskussion fordern wir mehr Grün, auch wenn vorerst wahrscheinlich nur mobile Elemente berücksichtigt werden können. Dazu hat auch schon der Bund Naturschutz Vorschläge gemacht. Denken könnten wir uns auch Projekte, wie die „essbare Stadt“ von „blue pinqu“.
Der Bürgerverein regt deshalb eine Ideenwerkstatt zur Gestaltung des autofreien Weinmarkts während der geplanten ein- bis zweijährige Testphase an, bei der vor allem die Anwohner zu Worte kommen sollen.
Der Bürgerverein geht aber bei der Diskussion um die Umgestaltung des Weinmarkts, wie auch für andere laufende Projekte, wie zum Beispiel dem Nägeleinsplatz, davon aus, dass hier wie auch bei anderen Projekten bedacht wird, dass unsere Altstadt dicht bewohnt ist. Hier ist echtes Leben.
Das ist der Grund für die Unverwechselbarkeit, Lebendigkeit, Attraktivität und Gepflegtheit unserer von Touristen und Einheimischen so geschätzten Nürnberger Altstadt. Eine Nutzungs- und Gestaltungsänderung des öffentlichen Raums muss dem Rechnung tragen und die Bedürfnisse und Rechte der Bewohnerschaft, insbesondere auch die Nachtruhe, berücksichtigen.

Eine Verbesserung der Attraktivität für Bewohner und Besucher geht nur bei gegenseitiger Rücksichtnahme. Die aber dann auch kontrolliert und mit entsprechenden Maßnahmen durchgesetzt werden muss.