Unsere Fragen zur OBM-Runde

Fragen/Anregungen unseres Bürgervereins zur BV-Runde im Dezember 2019:

1. Beschwerden über Entwicklungen auf Nürnberger Plätze

In den Sommermonaten war in der Tagespresse immer von Beschwerden über Lärm auf Nürnberger Plätzen zu lesen. Insbesondere betraf dies:

Tiergärtnertorplatz
Der Tiergärtnertorplatz ist – seit Generationen – an warmen Sommerabenden ein beliebter Treffpunkt. Uns ist nicht bekannt, dass es in den letzten Jahren gehäuft Beschwerden gegeben hat.
Im Sommer häuften sich laut den Zeitungsberichten die Beschwerden insbesondere von neuen Anwohnern.

Kornmarkt
Hier fühlen sich Anwohner und Gewerbetreibende insbesondere durch den Lärm belästigt, den die Skater verursachen.

Klaragasse
Rund um die Klaragasse/Hallplatzgeht es im Kern um die permanente Verletzung der Regelungen zur Außenbewirtschaftung. Ruhestörungen bis 5 Uhr morgens sind nicht selten

Um Mitteilung des Sachstandes seitens der Verwaltung und der Polizei wird gebeten. Insbesondere interessiert uns, welche und wie viele Beschwerden es gegeben hat.

2. Kinder- und Jugendhaus mit Hort – Untere Talgasse 8

Seit der Schließung des  Fünfeckturms 2011 gibt es in der Altstadt kein Kinder- und Jugendhaus mehr.
Am  25.10.2017 wurde folgender Beschluss gefasst:

„Der Stadtrat beauftragt die Verwaltung, ein Kinder- und Jugendhaus für die Altstadt im ehemaligen Herrenschießhaus, Untere Talgasse 8, zu realisieren. Die entsprechende Planung, einschließlich eines möglichen Hortstandortes, mit hoher Priorität zu verfolgen…“

Wir sehen leider beim Kinder- und Jugendhaus seitens der Verwaltung und der Stadtpolitik keine hohe Priorität und nur wenig Fortschritt. Leider hat dieses Projekt offensichtlich auch keinen Eingang in die Bewerbung zur Kulturhauptstadt gefunden. Wir bitten erneut um Mitteilung des konkreten Sachstandes der Maßnahme.

3. Bardentreffen

Die meisten Bands, und auch Einzelkämpfer, haben ein professionelles Equipment dabei, das eigentlich auch für normale Konzerte ausreichen würde. Für „Straßenmusiker“ vollkommen überdimensioniert.
Die Vorgaben der Stadt in Bezug auf Ausstattung bzw. Uhrzeiten scheinen den meisten Künstlern unbekannt zu sein.

Bei allen Bühnen herrscht mittlerweile eine Lautstärke, die für die Enge der Altstadt äußerst fragwürdig erscheint. Die jeweilige Platzsituation scheint keine Berücksichtigung mehr zu finden. Weder bei der Programmgestaltung, noch bei einer, für den jeweiligen Raum/Platz angemessenen Lautstärke. Hier sollten die physikalischen Gesetze der Schallausbreitung wie auch die jeweilige Platzsituation berücksichtigt werden.

Die Verlängerung der Außenbereiche der Gastronomie bis 1:00 Uhr hat sich nicht bewährt, zumal die meisten Außenbereiche um 1:00 Uhr nicht geschlossen wurden. Erschwerend kam dazu, dass die Kneipen ihren Außenbereich bis 1:00 Uhr auch beschallen durfte.
Dies hat teilweise zu unzumutbaren Belastungen geführt.

Bei zukünftigen Bardentreffen sollte wieder etwas mehr akustisch abgerüstet werden, damit man sich dem ursprünglichen Charakter dieses Festes wieder mehr annähert.

4. Zufahrt von Touristenbussen in die Altstadt

Die Problematik der misslichen verkehrlichen Situation der parkenden Touristenbusse zwischen Hallertor und Augustinerstraße wurde bereits mehrmals durch den Bürgerverein vorgebracht und kann als bekannt vorausgesetzt werden.

Zuletzt wurden auf der Bürgerversammlung im Januar dieses Jahres strengere Regeln für die Einfahrtsgenehmigungen vorgestellt, die die Belastungen in der Augustinerstraße künftig drastisch vermindern sollten.
Leider hat sich wirklich nichts Entscheidendes an der Gesamtsituation geändert.
Die Touristenbusse kommen nach wie vor pulkartig. Dadurch ergeben sich keine schönen Situationen weder für den Platz noch für die Touristen selbst.
Uns wurde geschildert, dass von vier Bussen pro Schiff grundsätzlich einer mit der Begründung, die Fahrgäste seien mobilitätseingeschränkt, in die Augustinerstraße einfährt. Beim Verlassen der Busse bzw. bei den Führungen ist diese Notwendigkeit i.d.R. nicht zu beobachten. Zur Abholung fahren dann grundsätzlich alle Busse die Augustinerstraße an.
Künftig soll es auch für die Besucher des Deutschen Museums im Augustinerhof eine Busanfahrt geben. Das wird die Situation noch weiter verschärfen.

Der Bürgerverein Nürnberg Altstadt fordert daher ein striktes Einfahrtverbot für große Touristenbusse über das Hallertor in die Augustinerstraße und die Maxbrücke.

Begründung:

  • Es ist nicht angemessen und zu verantworten, am Eingang zum historischen Hauptmarkt einen Busparkplatz zu unterhalten,
  • den anliegenden Bewohnern sind die Belastungen aus Lärm und Abgasen durch die Touristenbusse nicht länger zuzumuten,
  • Klimaschutz, Verkehrsberuhigung und CO2-Vermeidung müssen auch für Touristenbusse gelten,
  • Fragen:
  • Haben die Touristenbusse eine so hohe Priorität, dass diese keinerlei Einschränkungen (Rücksicht) auf die aktuellen, schwierigen und gefährlichen Verkehrssituationen durch die großen Baumaßnahmen in der Augustinerstrasse und dem Maxplatz nehmen mussten?
  • Wurde geprüft, ob die Schustergasse die Abfahrt der unzähligen Busse auf Dauer aushält, da sich unter dieser im Bereich des Pfarrhauses Gewölbekeller befinden sollen?

5. Koordination von Baustellen

Im Oktober/November hat die N-Ergie am Maxplatz und in der Weintraubengasse neue Leitungen verlegen lassen.
Für Anwohner brachte die Baustelle Unannehmlichkeiten mit sich, insgesamt sind während der Baumaßnahme 26 Anwohnerstellplätze entfallen.
Gleichzeitig wurde für mehrere Tage jeweils eine Seite der Parkplätze des Nägeleinsplatzes aufgrund von Baumschneidearbeiten gesperrt, was den Parkdruck in diesem Bereich zusätzlich erhöht hat.
Dass Baumaßnahmen wie das Verlegen neuer Leitungen, manchmal auch kurzfristig, erforderlich sind und Beeinträchtigungen mit sich bringen ist i.d.R. nicht zu vermeiden.
Wir fordern jedoch, dass andere Arbeiten, die nicht dringend sind, künftig zeitlich darauf abgestimmt werden.

6. Heilig-Geist-Spital – Rücksichtnahme für Nürnbergs älteste Seniorenwohnanlage

Nürnbergs älteste noch erhaltene soziale Einrichtung ist das Heilig-Geist-Spital mit seiner Senioren-Wohnanlage.
Von seinen Bewohnern wird manchmal schon sehr große Geduld gefordert. Wir wurden gebeten folgende Probleme weiter zuleiten.
Ein Problem, das vom Heimbeirat auch schon bei OA kommuniziert wurde, stellen die Lärmbelästigungen bei An- und Zulieferungen für Veranstaltungen auf der Insel Schütt oder auch für die Bar Celona Finca in den frühen Morgenstunden dar.
So lieferten beim Altstadtfest beispielsweise die LKW´s teilweise um 5:00 Uhr morgens an und ließen die Motoren dabei ca. eine dreiviertel Stunde lang weiterlaufen.

Die Alternative wäre für die Bewohner, die Anlieferung wieder wie bis vor zwei Jahren über die Agnesbrücke erfolgen zu lassen.

Ein anderes Problem wird seit der Sperrung der Straße im östlichen Teil des Hans-Sachs-Platzes beobachtet. Hier fahren Autos entgegen der Einbahnregelung auch auf dem Gehweg um anderen Autos auszuweichen. Dieses Verhalten gefährdet Fußgänger, aber auch Radfahrer.

Um Stellungnahme der Verwaltung wird gebeten