Unsere Fragen Bürgervereins-Runde mit dem OB 28.07.2026


Unsere erste Anfrage bezieht sich auf die aktuelle Situation um den Hauptmarkt:

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister König,

Demontage des Grünen Wochenmarktes Hauptmarkt

aufgrund der aktuellen Berichterstattung in NN und den digitalen Medien, dass der Wochenmarkt für mehrere Jahre – beginnend ab 15. Juni 2026 – in die Fußgängerzone Königstraße verlegt werden soll unter den Bewohnern, Marktkaufleuten und Besuchern der Altstadt ein heiß diskutiertes Thema. Dabei wurden Befürchtungen geäußert, dass der Wochenmarkt nie mehr auf den Hauptmarkt zurückkehrt.

Das Vorgehen seitens der Verwaltung konterkariert in der Altstadt ihre Dialogreihe „Lass uns reden!“ in der Sie eine direkte Plattform bieten, um Anliegen, Wünsche und Kritik unkompliziert vor Ort auszutauschen. Denn mit der Altstadtbevölkerung gab es hierzu keinen Dialog!

Zitat aus dem Internetauftritt Stadt Nürnberg:

„Aufgrund der Umgestaltung des Obstmarkts und der damit verbundenen mehrjährigen Bauarbeiten auch auf Teilbereichen des Hauptmarkts wird der Wochenmarkt längerfristig in die Fußgängerzone verlegt. Damit kommt die Stadt Nürnberg den Bitten der Marktkaufleute einer dauerhaften Verlegung nach und setzt ein deutliches Zeichen für die Unterstützung des regionalen Handels und des Wochenmarkts in der Altstadt.“ 

Der Bürgerverein Nürnberg-Altstadt hat wiederholt darauf hingewiesen, dass der Grüne Markt am Hauptmarkt weiterentwickelt werden soll. Wir halten die Forderung nach einer Qualitätsoffensive 2.0. deshalb weiterhin aufrecht.

Hierzu bedarf es wie 2017/2018 – vom ehemaligen Wirtschaftsreferenten Dr. Michael Fraas angestoßenen – einer offenen und öffentlichen Diskussion. In diesen Verständigungs- und Ent­scheidungsprozess sollten wieder alle gesellschaftlichen Gruppen, die für die Nürnberger Alt­stadt von Bedeutung sind, einbezogen werden. Es dürfen jetzt auf keinesfalls Fakten geschaffen werden, ohne dass dieser Entscheidungsprozess stattfand.

Für uns ergeben unter Hinweis auf die Quelle:
https://www.nuernberg.de/internet/stadtportal/aktuell_98708.html

Fragen um deren Beantwortung wir bitten:

„Sanierungsarbeiten am Hauptmarkt: Im Rahmen der Sanierung des Obstmarkts werden auch Teile der Infrastruktur am Hauptmarkt erneuert. Seit April 2026 erneuert die N-Ergie an der Südseite Strom- und Wasser-versorgungsleitungen. Gleichzeitig werden Fernmeldekabel verlegt. Die Bauzeit beträgt voraussichtlich zwei bis drei Monate. Ein genaues Ende lässt sich erst während der Arbeiten festlegen, da etwa archäologische Funde die Dauer beeinflussen können.
Das Baufeld erstreckt sich zwischen Hörgeräte Seifert und dem Eiscafé Bassanese entlang der Südseite. Die Arkaden unter dem Plobenhof bleiben während der Arbeiten zugänglich. Der Yoshimi Hashimoto Trinkwasserbrunnen ist vorübergehend außer Betrieb. Im Anschluss werden die Bauarbeiten an der Westseite des Hauptmarkts fortgesetzt. Hier werden zwischen der Plobenhofstraße und der Obstgasse Strom- und Fernmeldekabel erneuert.“ 

Und:

„Wochenmarkt wird verlegt: Wegen der Neugestaltung des Obstmarkts und der mehrjährigen Bauarbeiten am Hauptmarkt wird der Wochenmarkt für mehrere Jahre in die Fußgängerzone verlegt. Künftig erstreckt sich der Wochenmarkt in der Königstraße von der Museumsbrücke bis zur Klarakirche.“ 

Die angegebenen Zeitfenster der Bauarbeiten auf der Südseite und der Westseite erscheinen nicht kompatibel zueinander. Weshalb sind für die Bauzeit auf der Südseite zwei bis drei Monate einkalkuliert, während die Bauzeit für die Westseite scheinbar mehrere Jahre betragen soll?

Die Fußgängerzone Königstraße soll umgebaut werden. Die Königstraße soll zur Allee werden. Sie soll vom Königstor bis zur Lorenzkirche – auch in Hinblick auf die Urbane Gartenschau 2030 – ein grünes Eingangsportal in die Nürnberger Altstadt werden. Sie soll u.a. mit Baumpflanzungen, Sitzpodesten und Farbgestaltung aufgewertet werden. Hierzu liegen mehrere Stadtratsbeschlüsse vor.

Mit der Neugestaltung der Königstraße werden ebenfalls mehrjährigen Bauarbeiten einhergehen. Welche Auswirkungen hat das dann auf den neuen Straßenmarkt (vormals Grüner Markt)?

„Neue Anordnung der Marktstände: Mit der Verlegung werden die Marktstände neu angeordnet. Ziel ist, die Interessen aller Beteiligten zu berücksichtigen. Die Schaufenster des Einzelhandels sollen frei zugänglich und sichtbar bleiben. Bestehende Einzelstände mit klassischem Wochenmarktangebot wie Obst und Gemüse werden in den Markt integriert. Für andere Nutzungen sucht die Stadt alternative Standorte außerhalb der Marktflächen.“ 

Um welche „andere Nutzungen“ handelt es sich konkret, für die alternative Flächen außerhalb der Marktflächen gesucht werden?

Unsere weiteren Fragen:

Lieferverkehr in der Fußgängerzone

Der Lieferverkehr (inklusive E-Bikes der Essenslieferanten) in der Fußgängerzone findet inzwischen regelmäßig außerhalb der zugelassenen Zeitzonen statt. Dies ist für Fußgänger sehr hinderlich und schränkt deren freien Bewegungsspielraum ein (man muss auf vorwärts- oder rückwärts fahrende Fahrzeuge achten oder parkende Kraftfahrzeuge „umschiffen“, dazwischen sausen noch die E-Bikes der Essenslieferanten vorbei). Dies ist insgesamt eine unbefriedigende Situation. Die Stadt muss hier tätig werden. Wir bitten darum Maßnahmen zu ergreifen, um die Situation zu entschärfen.

Leerstand Burgstraße 19

Das Haus Burgstraße 19 steht seit Jahren leer, lediglich im Erdgeschoss befindet sich eine Verkaufsstelle der Bäckerei Düll. Von Herrn Ulrich erhielten wir auf Nachfrage die Antwort, dass das Haus in Privatbesitz ist und eine Genehmigung als Beherbergungsstätte vorliegt.

Der Gebäudezustand verschlechtert sich zusehends, besonders von der Oberen Krämersgasse ist dies zu erkennen. An so prominenter Stelle mitten in der Altstadt, in unmittelbarer Nähe zum Fembohaus und am „Touristenpfad“ von und zur Burg ist dies nicht hinnehmbar. Ist bekannt, was mit dem Haus geplant ist und wann? Hat die Stadt Möglichkeiten der Einflussnahme, wenn ja, welche? Müssen wir zusehen, wie dieses Gebäude weiter verfällt?