aus der Bürgervereinsrunde

1. PESTSTADEL ALS GRÜNES KLASSENZIMMER

Bürgerverein Altstadt:
Der BV Altstadt unterstützt das Anliegen des Johannes -Scharrer–Gymnasiums (JSG) und der GS Paniersplatz die Grünfläche des Peststadels in einen Pocketpark um zu wandeln. Dieser könnte sowohl von der Öffentlichkeit als auch vom Haus des Spiels, der GS Paniersplatz und von den beiden Schulen genutzt werden. Jede Möglichkeit, Kindern und Jugendlichen Natur nahe zu bringen, sollte daher ergriffen werden, da unsere Kinder – gerade in der „steinernen Altstadt“ nur sehr wenig Grün vorfinden, aber Platz zur sozialen Kommunikation im öffentlichen Raum brauchen.

Aus der Stellungnahme von SÖR/Grün: „Auf Grund vielfältiger Planungs- und Bauaktivitäten im direkten Umfeld der Fläche war der Ausbau der Grünfläche Tetzelgasse / Peststadel in den letzten Jahren nicht möglich.
Mit dem Abschluss des Projekts Pellerhaus / Haus des Spiels kann die Fläche von SÖR nun in Planung genommen und als Masterplan Freiraum Projekt und zu einer Grünanlage ausgebaut werden. Das Projekt wurde bereits ins Planungs- und Bauprogramm von SÖR aufgenommen.

Als Auftakt für das Projekt ist geplant, die aktuell als Parkplatz genutzte Fläche räumen zu lassen und mit den „Eddzerdla baggmers“ Masterplan Bänken und Bäumen einen Hinweis auf die anstehende Entwicklung zu geben.

Nachdem ein Teil der potentiellen Grünfläche mit einem Fluchttreppenhaus des Pellerhauses bebaut werden soll, wird die aktuell ca. 1.000 m2 große Fläche nochmals an Größe verlieren. Zur Klärung wieviel Platz für das Fluchttreppenhaus benötigt wird und wo das Treppenhaus platziert werden kann, um die Nutzbarkeit der Anlage bestmöglich zu erhalten, laufen derzeit Abstimmung zwischen Hochbauamt, Kulturbereich und SÖR.

Welche Ideen für die Bespielung des neuen Westentaschenparks umgesetzt werden können, muss im Rahmen der Planung geprüft werden. Um die dazu erforderlichen Abwägungen transparent mit den zukünftigen Nutzerinnen und Nutzern zu besprechen, soll für das Projekt Peststadel ein Bürgerbeteiligungsverfahren durchgeführt werden, bei dem alle Ideen und Flächenansprüche gesammelt und deren Umsetzbarkeit mit den Nutzerinnen und Nutzern diskutiert werden.

Ob eine temporäre Nutzung der Fläche durch die Schule bis zum Ausbau der Grünfläche möglich ist, muss ebenfalls im weiteren Abstimmungsprozess geklärt werden.“

2. PROJEKTE IN DER ALTSTADT

Wir baten um Sachstand von Projekten in der Altstadt:
Untere Talgasse 8 – Umbau zu Kinderhaus und Kinderhort

Hier die Stellungnahme des Jugendamtes: „Das ehemalige Herrenschießhaus ist in der Bayerischen Denkmalliste als Einzeldenkmal geführt. Das Anwesen wurde bereits 1905 als Schule genutzt. Zuletzt beherbergte es das städtische Bildungszentrum und Teilbe-reiche des Amts für Kultur und Freizeit. Ende 2017 wurde im Stadtrat beschlossen, das Gebäude zu einem Kinder-und Jugendhaus und zu einem 2-gruppigen Hort umzubau-en. Es ist eine umfassende Sanierung des Gebäudes vorgesehen, bei dem der Brand-schutz und weitgehend die Barrierefreiheit hergestellt wird.
Die Freifläche wird ebenfalls neugestaltet und sowohl vom Kinder- und Jugendhaus, als auch vom Hort genutzt.
Aktuell laufen die Planungen. Ziel ist es, die Maßnahme im Oktober 2020 für das Projekt-Freeze im Ältestenrat anzumelden. Die Ausführungsplanung sollte bis Ende 2021 abgeschlossen sein, so dass die Baumaßnahme ab 2022 beginnen könnte.“

Sanierung Pellerhaus

Hier die Stellungnahme des Hochbauamtes im Wortlaut: „Nutzungskonzept: Das Pellerhaus wird generalsaniert. Mit der Etablierung eines Haus des Spielens (HdS) wird auf rund 6000 qm Nutzfläche einem ehemaligen Bibliotheks- und Archivgebäude der 50er Jahre und dem davorliegenden Platz eine neue Wahrnehmung, Würdigung und Nutzung gegeben, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zugleich einbezieht:

Das Haus des Spielens soll ein Ort für die Stadtgesellschaft sein, an dem Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Kultur und Religion
• spielen
• Spielkultur analog und digital aktiv erleben
• sich über Spiele austauschen, sich vernetzen, mit Spielen experimentieren,
forschen und lernen

Das Haus des Spielens verbindet in seiner grundsätzlichen Ausrichtung soziokulturell orientierte Kulturarbeit sowie Kunst- und Kulturvermittlung mit bürgerschaftlichem Engagement sowie Jugend- und Vereinsarbeit.
Das Haus des Spielens ist:
• Bürgerhaus rund um das Kulturgut Spiel, analog und digital
• Kultur- und Veranstaltungshaus
• Labor, Kompetenz- und Vermittlungszentrum
• Historische und zeitgenössische Sehenswürdigkeit

Durch eine beispielhafte digitale Infrastruktur von der Gebäudetechnik bis zu Virtual Reality-Ausstattung wird das HdS zum „digitalen Leuchtturm“. Hier erhalten alle Bürgerinnen und Bürger durch das digitale Spiel Zugang zu modernsten Kommunikations- und Medientechnologien.“
Planungsstand: Seit September 2019 entwickelt das Planungsteam mit dem Nutzer die bauliche Umsetzung. Dabei wird der Bestand erfasst und umfangreich untersucht. Die Lösungsansätze werden mit den städtischen Beteiligten abgestimmt. Da das Gesamtgebäude unter Denkmalschutz steht, müssen alle Eingriffe mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt werden. Ebenso wird der von den Altstadtfreunden Nürnberg e.V. rekonstruierte Pellerhof, in Abstimmung mit dem Verein, in das Gebäude und in die Nutzung integriert.
Derzeit wird der Vorentwurf erstellt: In der Eingangsebene wird es eine Gastronomie geben, die auch eine Außenfläche auf dem Egidienplatz erhält. In den Geschossen darüber sind verschiedene Seminar- und Veranstaltungsräume. Der ehemalige Lesesaal wird ein offener Spielesaal mit Ludothek (Spieleausleihtheke) und das Herzstück des Hauses werden. Daneben gibt es Büroräume und coworking-spaces für Spieleentwickler und Vereine sowie Werkräume und Bibliotheken. In den niedrigen Geschossen werden vorwiegend Archivflächen für die Spielesammlungen untergebracht.

Zeitlicher Ablauf: Der Bauantrag wird Anfang 2021 eingereicht werden. Bis Ende 2021 entscheiden die zuständigen Gremien des Stadtrats über den Entwurf. Nach Erteilung der Baugenehmigung kann mit den Bauarbeiten 2022 begonnen werden. Die bauliche Fertigstellung ist für Ende 2024 vorgesehen, um die Eröffnung des Hauses Im Frühjahr 2025 ermöglichen.“

Umgestaltung des Obstmarktes
Hier die Stellungnahme des Stadtplanungsamtes:
„Für die Umgestaltung von Hauptmarkt und Obstmarkt wurde 2011/2012 ein städtebaulicher Ideen- und Realisierungswettbewerb durchgeführt. Da der Obstmarkt bau-lich in einem sehr schlechten Zustand ist, soll in einem ersten Schritt, gemäß Beschluss des Stadtplanungsausschusses vom Januar2013, der Obstmarkt mit der Umgebung der Frauenkirche in Bauabschnitten realisiert werden.
Auf der Grundlage des Wettbewerbsergebnisses (2011/2012) und der im Rahmen des Wettbewerbsverfahrens durchgeführten Bürgerbeteiligungen wurde 2019 eine Vorentwurfsplanung erarbeitet und in der Sitzung des Stadtplanungsausschusses am 30. Januar 2020 als Grundlage für eine öffentliche Veranstaltung beschlossen.
Eine öffentliche Informationsveranstaltung zu den aktuellen Planungen war für den 2. April 2020 in Vorbereitung, musste aufgrund der dynamischen Entwicklung der Ausbreitung des Coronavirus leider abgesagt werden.
Eine Präsentation der aktuellen Planung wird derzeit erarbeitet und online gestellt. Zu gegebenem Zeitpunkt wird die Verwaltung neben einer Mitteilung über die Tagespresse die Vereine, Institutionen, Anwohner, etc. zusätzlich in einem gesonderten Schreiben über die Online-Präsentation informieren.“

3. SPERRUNG MAXBRÜCKE

Bürgerverein Altstadt: Die Verkehrsberuhigung der Maxbrücke ist Bestandteil des am 13.12.2018 vom Verkehrsausschuss beschlossenen Maßnahmenpakets zur Aufwertung von Straßen und Plätzen in der Altstadt. Die Unterbrechung der Maxbrücke für den allgemeinen Kfz-Verkehr trat am 23.03.2020 in Kraft. Insbesondere von Anwohnern nördlich und südlich der Brücke wird seitdem immer wieder an uns her-angetragen, dass die Regelungen zu jedem beliebigen Zeitpunkt von ordnungswidrig Durchfahrenden missachtet werden.
Es wird von Anwohnern und Passanten auch gefragt, weshalb die Schilder so hoch angeordnet wurden, sodass man sie im Zweifelsfall nicht sehen kann / will? Ver-kehrskontrollen werden nicht beobachtet.

Hier die Stellungnahme des Verkehrsplanungsamtes: „Die Beschilderung ist ordnungsgemäß und gut sichtbar angebracht. Sie ist beidseitig der Fahrbahn und damit doppelseitig installiert. Die Höhe der installierten Verkehrszeichen bemisst sich danach, ob die Schilder auf dem Gehweg stehen und Fußgänger passieren müssen. In diesem Fall ist das unterste Verkehrszeichen auf 2,2m Höhe zu installieren; da am vorhandenen Standrohr momentan auch noch eine Einbahnstraßenbeschilderung mit Zusatzzeichen „Radverkehr in Gegenrichtung“ besteht. Diese ist durch die Sperrung entbehrlich geworden und wird eingezogen. Die Stadt Nürnberg und die Polizei erhoffen sich damit eine bessere Wirkung der Sperrbeschilderung. Ebenso wird durch – zunächst temporäre – Sperrmaßnahmen nochmals die Wirkung der Beschilderung verstärkt.
Festzuhalten bleibt allerdings, dass es bei vielen Verkehrsteilnehmern noch an der inneren Akzeptanz der Sperrung mangelt. Dies haben auch Überwachungsaktionen der Polizei gezeigt, bei denen selbst nach Belehrung noch angegeben wurde, die Beschilderung sei nicht vorhanden.“

4. SPERRUNG BERGSTRASSE

Bürgerverein Altstadt: Die Verkehrsberuhigung des Weinmarktes sowie der Bergstraße wurde als Einzelmaßnahme, nach umfangreicher Bürgerbeteiligung, am Stadtrat 12.12.2019 mehrheitlich vom Stadtrat als 1 bis 2-jährige Testphase beschlossen. Nach der Ankündigung der Wiedereröffnung der Sperrung unterhalb der Bergstraße wurden viele Fragen von verwunderten Anwohnern an uns herangetragen, die sich darüber sehr erstaunt zeigten.
Völlig unverständlich ist,

– weshalb hier nun durch die Öffnung der Bergstraße die einstimmig vom Stadtrat beschlossene Parkraumbewirtschaftung in Frage gestellt wird, damit der massive Parksuchverkehr wieder stattfinden kann,
– weshalb die geplante als 1 bis 2-jährige Testphase bereits nach 2 Monaten aufgehoben werden soll, weshalb gebietsfremde Dauerparker, sowie Besucher und Angestellter von Einrichtungen nicht die in unmittelbarer Nähe liegenden Parkhäuser Augustinerstraße und Deutsches Museum nutzen können.

Hier die Stellungnahme des Verkehrsplanungsamtes: „In der politischen Kooperationsvereinbarung zwischen den Stadtratsfraktionen der CSU und der SPD für die Legislaturperiode 2020-2026 ist beabsichtigt, Maßnahmen zu entwickeln, die eine Öffnung der Bergstraße zur innerörtlichen Erschließung wieder ermöglichen. Ziel möglicher alternativer Maßnahmen soll die Reduzierung des Durchgangsverkehrs, die Ausweitung von Fußgängerbereichen sowie die Steigerung der Aufenthaltsqualität im Burgviertel sein.
Die Unterbrechung der Bergstraße wurde durch die Einführung der Fußgängerzone am Weinmarkt erforderlich. Um trotz der neuen Fußgängerzone die Erreichbarkeit des Viertels rund um die Lammsgasse und die Albrecht-Dürer-Straße für den Ziel- und Quellverkehr zu gewährleisten, wurde in der Füll eine Zweirichtungsregelung eingeführt. Dadurch wäre eine direkte Abkürzung von Neutor zum Hallertor beziehungsweise Laufer Tor geschaffen worden, wenn die Bergstraße nicht unterbrochen worden wäre. Dies hätte zusätzlichen Durchgangsverkehr in die sensible Altstadt gezogen. Eine Sperrung an anderer Stelle würde aufgrund der Komplexität des Verkehrssystems der nordwestlichen Altstadt umfangreiche Eingriffe an zahlreichen anderen Punkten mit dementsprechenden Nachteilen für die dortigen Anliegenden erfordern. Die Verwaltung erarbeitet derzeit Alternativen.
Ein wichtiges Ziel der Parkraumumstellung in der Altstadt ist, möglichst viel ruhenden Verkehr in die Parkhäuser zu verlagern, um den sehr begrenzten öffentlichen Raum aufwerten zu können und die Aufenthaltsqualität in der Altstadt zu verbessern. In der nordwestlichen Altstadt sind durch die Eröffnung des Parkhauses im Augustinerhof die vorhandenen Parkhauskapazitäten weiter angestiegen. Insbesondere Besucherinnen und Besucher, Gäste und Einzelhandelskunden sollen durch die Parkraumumstellung und die Verkehrsberuhigungsmaßnahmen dazu gebracht werden, vorrangig Parkhäuser statt öffentliche Parkplätze zu nutzen bzw. auf den Umweltverbund, bestehend aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr, umsteigen. Dies wird mit der Bewirtschaftung aller öffent-lichen Stellplätze erreicht.“